LaForeT · R²

Die Rolle des forstbasierten Einkommens in dem Lebensunterhalt der Kleinbauern: eine Analyse entlang der Wald-Transitionskurve

Welche Bedeutung hat unsere Forschung?

Obwohl ihre Bedeutung manchmal unterschätzt wird, spielen Kleinbauern und ihr Auskommen eine zentrale Rolle in Schutzprogrammen für Wälder: weltweit hängen Haushalte von Wäldern und dem Zugang zu Wald-Ressourcen ab, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, während alle angedachten Schutzprogramme ohne die Unterstützung durch die lokale Bevölkerung zum Scheitern verurteilt sind.

Was wollen wir tun?

Im Arbeitspaket 3 des LaforeT-R2 Projektes zielen wir daraufhin, einen tieferen Einblick in die Rolle des forstbasierten Einkommens zum Haushaltseinkommensportfolio zu geben. Die Ergebnisse der Befragung von rund 3400 Haushalten aus den drei Ländern, die an der Wald-Transitionskurve entlang verortet wurden, erlaubt uns eine umfassende Analyse. Aus der Literatur wissen wir, dass ärmere Bevölkerungsschichten relativ betrachtet mehr von forstbasiertem Einkommen abhängen als einkommensstarke. Wir möchten herausfinden, wie Haushalte aus verschiedenen Einkommensschichten ihr forstbasiertes Einkommen einsetzen. Verwenden sie es für ihren Lebensunterhalt, um Einkommenseinbrüche zu überwinden oder eher, um Vermögen aufzubauen? Außerdem untersuchen wir, wie die Vermögenslage der Haushalte Einfluss auf die forstbasierten Aktivitäten nimmt. Wir verwenden multiple Regression, um diese Beziehungen aufzudecken.

Zusätzlich möchten wir eine der größten Kontroversen in der Literatur adressieren: Welche Auswirkungen haben juristische Einschränkungen der Waldnutzung in Schutzgebieten auf den Lebensunterhalt der ansässigen Haushalte? Gewöhnlich sind diese eher einkommensschwach. Aber: ist dies der Fall auf Grund der Einschränkungen? Oder spielen andere Faktoren wie soziale, ökonomische und ökologische Umstände eher eine Rolle? Diese Fragestellungen bearbeiten wir mit gemischten Modelansätzen.

Zuletzt streben wir an, die Opportunitätskosten für ländliche Haushalte auf den Philippinen im Rahmen der Teilnahme an Wiederaufforstungs-Programmen zu schätzen. Die lange Geschichte der Wiederaufforstungsbemühungen nach Jahrzehnten von massiver Abholzung stellt eine interessante Fallstudie im Falle der Philippinen dar. Wir wollen erforschen, inwiefern die Teilnahme an solchen Programmen sich ökonomisch auf die Haushalte auswirkt: Wie viele Unkosten entstehen ihnen pro Hektar Land, den sie für neue Pflanzungen zur Verfügung stellen? Hierzu wird der Kapitalwert von nicht-forstbasierten Produktionssystemen zur Kalkulation der Opportunitätskosten bestimmt.

Welche Ergebnisse erwarten wir?

Die Ergebnisse unserer Forschung sollen helfen, das Verständnis von dem Lebensunterhalt der Haushalte und ihre Abhängigkeit von Wald-Ressourcen im Kontext der Wald-Transitionskurve besser zu verstehen. Diese Erkenntnisse können dazu beitragen, bessere Programme zu schaffen, die die kontrastierenden Interessen ausbalancieren und somit sowohl wirtschaftliche Entwicklung als auch Umweltschutz ermöglichen.