Arbeitspaket 1

Treiber der Entwaldung und Wiederbewaldung

Verlässliche Daten zu Entwaldungsmustern sind von höchster Wichtigkeit als Grundlage für die Entwicklung von effizienten Gegenmaßnahmen für die betroffenen Regionen und Länder. In diesem Zusammenhang ist die Erforschung direkter und indirekter Ursachen der Entwaldung eine fundamentale Grundvoraussetzung für die Einführungvon REDD+.

Während die Entwicklung von Referenzszenarien für Entwaldung mittlerweile von verschiedenen Ländern vorangetrieben wird, besteht noch ein großer Bedarf zur Erforschung der Ursachen der Entwaldung auf lokaler und überregionaler Ebene. Diese muss auch unterschiedliche historische Landnutzungen und sozioökonomische Umfelder berücksichtigen. Außerdem spielen die verschiedenen Interessenvertreter eine wichtige Rolle (LAMBIN et al. 2001).

Des Weiteren weisen viele Länder, mit Nettoentwaldung auf nationaler Ebene, Regionen mit zunehmender Bewaldung auf, die bei integrierten und durchgeführten Politikansätzen berücksichtigt werden müssen. Das Projekt trägt zur Verbesserung der Wirksamkeit von waldbezogenen Politikinstrumenten bei und soll somit langfristig dazu beitragen, potenzielle Entwaldung zu reduzieren.

Zu diesem Zweck verbinden wir historische Zeitserien von Satellitenbildern von geringer räumlicher Auflösung mit aktuellen Bildern hoher räumlicher Auflösung, um die wichtigsten forstlichen, agroforstlichen und landwirtschaftlichen Nutzungstypen innerhalb ihres landschaftlichen Kontextes zu kartieren.


Fragestellungen

  • Wie verteilen sich Entwaldungs- und Wiederbewaldungsmuster?
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Preisschwankungen von Agrarprodukten und zeitlichen Abholzung- und Wiederaufforstungsstrukturen und Landnutzungssystemen?
  • Gibt es einheitliche oder unterschiedliche Ursachen für Entwaldung auf globaler, nationaler und landschaftlicher Ebene? Welche Schlussfolgerungen können daraus abgeleitet werden für die Entwicklung von Strategien zur Erhaltung und nachhaltiger Bewirtschaftung tropischer Wälder?
  • Können Entwaldungs- und Wiederbewaldungsmuster auf bestimmte Landnutzungstypen zurückgeführt werden, oder spielen andere Interaktionen mit biogeographischen, infrastrukturellen, ethnischen oder sozioökonomischen Zusammenhängen eine wichtigere Rolle?

Methoden

Satellitenbilder (z.B. Landsat, NDVI oder andere) werden in hoher zeitlicher Auflösung analysiert, um räumlich abgegrenzte Straten von Entwaldung- und Wiederbewaldung für die nachfolgenden Arbeitsschritte (Arbeitspakete 2-6) zu bestimmen, und um zu prüfen, ob globale Treiber der Entwaldung auch auf nationaler und subnationaler Ebene entdeckt werden können.

Innerhalb der Straten werden die Zusammenhänge zu Governance (Arbeitspaket 4) und zur Preisvariabilität von Agrarprodukten (Arbeitspaket 1a) analysiert.

Im nächsten Schritt (Arbeitspaket 1b) werden innerhalb der Straten verschiedene Landschaftsbereiche zufällig ausgewählt. Innerhalb dieser Bereiche werden typische Abholzung- und Wiederaufforstungsstrukturen mit Satellitenbildern mit hoherräumlicher Auflösung (z. B. Quickbird, RapidEye) analysiert.

Das Ground Truthing im Feld wird mit Hilfe der Inventur-Teams des Arbeitspaketes 2 durchgeführt.

Abgeleitete Landnutzungskarten werden mit Informationen zu Treibern der Be- und Entwaldung kombiniert. Dies dient als Basis für Landnutzungsmodelle und zur Einführung von Politikszenarien in Arbeitspaket 6.