Arbeitspaket 5

Zahlungen für Ökosystemleistungen

Der Ansatz der „Payments for Ecosystem Services“(PES) bezweckt, Leistungen naturnaher Ökosysteme stärker in Wert zu setzen und damit Landnutzern (insbesondere in Entwicklungsländern) Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, welche einen Anreiz zum Erhalt dieser Ökosysteme bieten.

Dies könnte ein wichtiges Element für den Schutz weltweitbedrohter Tropenwälder vor Waldumwandlung und Degradierung sein. Ökosystemleistungen (ES) beinhalten bereitstellende Leistungen (z.B. Holz, andere forstwirtschaftliche Erzeugnisse, Medizinal-Pflanzen …etc.), regulative Leistungen (z.B. Wasserqualität, Kohlenstoffspeicherung) und kulturelle Leistungen (z. B. Ökotourismus).

Trotz etlicher positiver Beispiele (z.B. Pagiola 2008; Wunder & Albán 2008) bleiben Impact und Wirksamkeit in Bezug auf die Erhaltung von Wäldern teilweise hinter den Erwartungen zurück (Pattanayaket al. 2010; Arriagada et al. 2012).

Wie sich gezeigt hat, sind nutzerfinanzierte PES-Schemata im Vergleich zu entsprechenden staatlichen Programmen oftmals effizienter und kosteneffektiver (Wunder et al. 2008; Pattanayak et al. 2010). Jedoch sind hohe Transaktionskosten oft ein limitierender Faktor (FERRARO 2008; VATN 2010). Ein gut ausgeglichener Mix aus PES und anderen politischen Steuerungsinstrumenten wird von vielen Verfassern befürwortet.

Dazu ist zunächst notwendig, potenzielle Leistungen auf der jeweils adäquaten räumlichen Skala zu bestimmen (lokal, regional, global) und zweitens, die potenziellen Nutznießer zu identifizieren. Zusätzlich müssen rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen in unterschiedlichen Ländern im jeweiligen kulturellen Kontext analysiert und das Verlustrisiko für einzelne Ökosystemleistungen bestimmt werden.

Schließlich ist es erforderlich, die mit einer Etablierung von PES einhergehenden Umsetzungskosten wie auch den entsprechenden Nutzen zu ermitteln (WÜNSCHER et al. 2008; ROBERT & STENGER 2013). Das Arbeitspaket im Allgemeinen informiert Entscheidungsträger darüber, ob, wo und unter welchen Umständen PES als ein Instrument zum Waldschutz geeignet sind und es stellt Know-how zur Verfügung, um die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Gleichzeitig werden Ökosystemleistungen identifiziert, welche unter unterschiedlichen örtlichen Voraussetzungen jeweils Potential zur Etablierung von PES-Schemata aufweisen, und es werden Länder und Regionen identifiziert, in denen sich PES Schemata besonders wirksam zum Walderhalt einsetzen lassen.

Fragestellungen

  • Welche Ökosystemleistungen von (Tropen-) Wäldern bieten unter jeweils unterschiedlichen lokalen und regionalen Ausgangsbedingungen überhaupt ein Potential durch ihre Vermarktung einen Beitrag zum Walderhalt zu leisten?
  • Wie ist die entsprechende Nachfrage (lokal, regional, global) und wie hoch sind die entsprechenden Nutzen für die Konsumenten?
  • Welche institutionellen Bedingungen (rechtlicher Rahmen, Märkte, Instanzen zur Rechtsdurchsetzung) müssen dafür geschaffen, verändert bzw. erhalten werden?
  • Wie können Preise (und sonstige Vermarktungsbedingungen) wirtschaftlich gestaltet werden, so dass bei möglichst geringen (finanziellen, sozialen und Umwelt-) Kosten die Nutzen der PES-Zahlungen möglichst hoch sind und diese tatsächlich einen substanziellen Beitrag zum Walderhalt leisten?

Methoden

Um Nachfragegradienten für die unterschiedlichen Ökosystemleistungen zu erfassen, werden basierend auf der CICES-Klassifizierung (HAINES-YOUNG UNDPOTSCHIN 2013) Befragungen jeweils lokal, auf nationaler Ebene sowie in ausgewählten weiteren Ländern weltweit durchgeführt.

Die daraus resultierenden Zahlungsbereitschaften werden zu Nachfragekurven zusammengefasst, welche das maximal vermarktbare Potential einer Leistung identifizieren. Nachfolgend wird analysiert, wieviel von dem theoretisch marktfähigen Potential tatsächlich realisiert werden kann. Auf dieser Basis werden situationsangepasste Vorschläge für PES Schemen entwickelt unter Berücksichtigung institutioneller Aspekte (wie Marktzugang, Eigentumsrechte, Gewohnheitsrechte) sowie technischer Fragen (Transport, Informationsbarrieren).